Donnerstag, 10. Mai 2007

Malta, Gozo und Comino

Malta, Gozo und Comino

Mitte März 07 haben wir unser Winterlager in Siracusa verlassen. Für die 100 Seemeilen nach Malta benötigten wir genau eine Woche. Stürmische Winde hielten uns am Capo dei Correnti fest.

Die Einfahrt unterhalb der Festungen von Valletta in den Msida Creek ist erhaben.
Dass sich Sultan Saladin und später die Nazis die Zähne am Bollwerk ausgebissen haben, ist leicht zu verstehen. Die strategische Lage der Insel im Mittelpunkt des Mittelmeers ist eminent. Hier gibt es keinen Fluss und keine Bäche und anstelle von Wäldern und Feldern; Steinhaufen. Weite Abschnitte der Küsten sind trutzig und schlecht geschützt. Wer zum Teufel will hier wohnen?

Verwöhnt von der üppigen Schönheit Siziliens kommen wir an in der wichtigsten Festung des Christlichen Abendlandes im Mittelmeer.

Erhaben und edel waren die Ideen des Johanniter Ordens, sich um die Verwundeten und Kranken Ritter der Kreuzzüge in Jerusalem zu kümmern.
Hier in Malta fanden sie nach dem Falle der heiligen Stadt und dem Falle von Rhodos einen letzten Unterschlupf. Hier liessen sie sich nieder, befestigten die Stadt und bauten ein Spital. Die pflegerischen Konzepte waren fürs späte Mittelalter vom Feinsten.

Unsere Bewunderung für die Leistungen der Johanniter wird geschmälert beim Besuch der Kathedrale von Valletta. In schlichtem Normannischen Stil erbaut erscheint sie von aussen bescheiden. Jäh ändert sich das Bild beim Eintreten. Aus dem Edelsten ist das Interieur gebaut. Die kunsthandwerklichen Verzierungen in Edlehölzern, Marmor, Halbedelsteinen, Silber und Perlmutter kleiden die Kirche aus bis zum hintersten Winkel.

Beim näheren Betrachten ist zu sehen: „Wau,- wir sind in einer Bauchnabelschau“. Die ganze Kirche ist ein riesiger Teich des Selbstlobes. Jeder Grossmeister des Johanniterordens hat zu Lebzeiten dafür gesorgt, dass seine Grabplatte von seinem uneingeschränkten Edelmut und tiefer Gläubigkeit berichtet.

Malta ist für Langzeitsegler eine interessante Destination. Rund um Valletta bieten der Grand Harbour und Msida Creek Liegeplätze für mehr als 1000 Yachten aller Längen. Die Preise sind vernünftig und die Serviceangebote vielseitig. Neben Maltesisch ist Englisch die offizielle zweite Landessprache und das erleichtert die Kommunikation erheblich. Der öffentliche Verkehr ist gut ausgebaut und günstig.

Odysseus hat es nach Gozo getrieben, wo er in den Armen der Calypso den Rest der Welt für eine ganze Weile vergiess. Gozo ist hübsch. Nette kleine Sandstrände, verträumte Buchten, attraktive kleine Städtchen und Dörfer laden zum Verweilen. Wir könnten hier leicht für einige Wochen oder Monate rumhängen.

Am Ramla Bay haben wir meinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Wild romantisch mit einem Feuer am einsamen Sandstrand.

Comino liegt zwischen Malta und Gozo. Die grosse Attraktion ist die „blue Laguna“, ein Ankerplatz mit glasklarem Wasser. Römische Ruinen wollen entdeckt werden. Und das „süsse Nichtstun“ scheint genau auf dieser kleinen Insel daheim zu sein.

Malta, Gozo und Comino sind immer eine Reise wert.

Der Kapitän bäckt sein erstes Brot

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber um es gleich am Anfang zu verraten, das erste Brot des Kapitäns war durchaus gut geraten. Immerhin schriebe ich diesen Text Tage nach dem Verzehr dieses Gesellenstückes.
Das Brot

Draussen tobte ein Sturm so schwer, dass ein Landgang schlicht nicht möglich war. Nachdem die Brotvorräte auf dem Schiff allesamt aufgezehrt waren und dem Kapitän das „Dame Spiel“ endgültig verleidet war, musste eine neue Aufgabe auf den Tisch.

Ich, der „Smut“ hatte dafür besorgt zu sein, dass Mehl, Hefe, Salz, Wasser in Rein und Glied parat standen. Als dann schritt der Kapitän zu Tat.

Frohen Mutes wollte er ein Kilo Mehl in die Schüssel hauen. Lediglich mein Argument, dass wir zwei das Brot nur redlich und mit Genuss selber und in einigermassen frischen Zustand verzehren könnten mit der Hilfe von einigen Dutzend Kakerlaken konnte ihn überzeugen, dass ein halbes Kilo reichlich sein würde.

Also das halbe Kilo rein und dann eine schwungvolle Kelle Salz. Er löste dann die Hefe in Wasser auf. Den kleinen Löffel schwang er im Takte zu Löfflers „sailing to Philadelphia“.
Hefe und die von Betty Bossi empfohlene Menge Wasser flutschten in die Schüssel und gleich hinterher alle zehn Finger der Kapitäns.

Das klebt

Huch, wie das klebte und klebte und klebte. Der Kapitän verlangte eine andere Musik…. Peter Rebers „Trans-Atlantik-Törn erwies sich als passend. Was für Peter 3000 Meilen Atlantik, war für Rolf der Kampf mit der Kleber-Masse. Endlich Land in Sicht. Was für Peter Reber die Karibik war für Rolf ein handfester Teig.

Der Teig
Es war Zeit für einen Wechsel der CD. Das „Phantom der Oper“ mit Florian Schneider erwies sich als dramatisch genug, das Kneten und den Teig auf den Tisch klopfen zu begleiten. Als der Teig dann ordentlich versorgt unter einem feuchten Tuch in der Kühle stand, stellten wir die Musik ab und begaben uns zu Bett.

Am nächsten Morgen weckte mich der Duft eines frisch gebacken Brotes. Himmlisch. Und draussen durfte es noch weiter stürmten.