Samstag, 12. September 2009

The Matumau Lodge, Mulu National Parc, Sarawak, Borneo, Malaysia


The Matumau Lodge, Mulu National Parc, Sarawak, Borneo, Malaysia

Die Matumau Lodge findet nur, wer gebucht hat und erwartet wird. Dies ist erstaunlich. Das Gasthaus befindet sich nähmlich genau drei Gehminuten vom Flughafen Mulu entfernt und ist lediglich von einem einzigen grossen Busch verdeckt.
Wir sind angekommen im Regenwald und hier ist die Optik etwas anders.
Schreitet man auf einem schmalen Holzsteg durch ob genannten Busch, dann eröffnet sich der Blick auf einen Obstgarten. Rambutan, Mango, Kokos, Sago, Mangostin, Bananen und uns viel Unbekanntes aber Essbares ist angepflanzt und am wachsen. Ein Haus aus Holz mit einer grossen Veranda steht auf Pfählen. Über die breite Treppe gehts bequem hinein. Durch die Tür getreten, erreicht man das Herz des Hauses. Eine Bibliothek, bequeme Sessel, eine Informationstheke, zwei grosse Esstische und eine moderen Küche und dies alles auf einer Fläche von mehr als 200 Quadratmetern. Riesig und sehr einfach.
Die acht Gästezimmer befinden sich in einem quadratischen Anbau rund um einen kleinen Innenhof. Alle einfach aber schön. WC und Dousche grosszügig angelegt. Nur, wer douscht, der nimmt dem Haus den ganzen Strom weg. Also, wenn ich gemütlich am Essen oder Lesen bin und irgend jemand douscht, dann wird es dunkel.... oder umgekehrt. Hinter dem Haus fliesst der Fluss.
Ich habe gelernt, dass im Fluss gebadet und gewaschen wird. Also mache ich es wie die hiesigen Leute. Ich wickle mich züchtig in einen Sarong und nehme meine Seife und meine dreckige Wäsche mit. Zuerst wate ich ins kühle Nass und wasche mich gründlich unter meinem Sarong, dann stehe ich knietief im Wasser und wasche die Kleider, dann wir alles im klaren Wasser gespült. Zum Schluss gilt es, den nassen Sarong diskret mit einem trocken auszutauschen. Et voi la. Wäsche und Eva sauber.
In der Lodge werden wir verwöhnt. Gebratenes Farnkraut (oder mit Knoblauch gedünstet), wilder Reis, Früchte aus dem Garten und Eierspeisen. Alles frisch. Die Bibliothek ist klein, aber sehr fein. Alles, was es zu Wissen gibt über Sarawak gestern, heute und morgen ist da.
Bruno Manser, der Basler Umweltaktivist, der sein Leben dem Schutz der Regenwälder Borneos verschrieben hat, ist für seine Mission vor einigen Jahren hier in der Gegend verschollen. Wir sind vertraut mit seinen Aufsehen erregenden Protesten, welche nicht nur Menschen in der Schweiz, sondern Europaweit sensibilisiert haben gegen den Raubbau, der hier Mensch, Tier und Wald vernichtet für den Profit einiger weniger... (Politiker, Businessmen, Clans, oder Companies?). In der Bibliothek findet sich alles umd mehr zum Thema. Bruno ist im Hause sehr präsent.
Fortschritt ist ebenso unumgänglich wie der Tod. Die Frage stellt sich nur um die Qualität.
Hier im Regenwald (dem traurigen Resten) stellt sich die Frage ob die Kinder hungern, weil der Wald vernichtet wird, oder weil sich die Eltern dem Fortschritt nicht stellen mochten.
Ein Vater erzählte, dass er jahrelang mit dem Kopf an eine Mauer geschlagen hat (protestiert), bis er wegen seinen Kindern nicht mehr konnte. Der Wald wurde uns genommen und nun müssen wir weiterleben. Solidarität war selbstverständlich, bis die Kleinen da waren. Und dann sah ich, dass ich nicht für meine Vergangenheit, sondern für die unmittelbare Zukunft meiner Kinder kämpfen muss. Es ist nicht an mir die Welt zu retten. Wir Menschen des Waldes können nicht umgehen mit Gewalt.
Das schlechte Gewissen versagt zu haben im Kampf für den Wald verzehrt und verzerrt. Es lähmt. Ein von der Regierung neu gebautes Langhaus bietet ausser einem Regenschutz nichts. Wo ist Bruno?
Der Besuch des Nationalparkes hat uns gut getan. Die Matumau Lodge ist perfekt für einen „chill out“. Gemütliche Spaziergänge und Bootsausfüge (die Boote sehen aus wie Weidlinge auf dem Rhein), das Beobachten des Lebens am Fluss, das Bestaunen der Baumriesen des Regenwaldes war nach unserem Gusto. Wir sehen zu wie mehr als eine Million Fledermäuse bei Sonnenuntergang aus den gigantischen Tropfsteinhöhlen fliegen. Wie schwarze spiralförmige Wolken (erinnert an die Papstwahl). Darüber kreisen Falken, die sich nun ihr Abendessen holen. Kaum umschliesst Dunkelheit den Wald, da beginnt ein orbetäubendes Konzert. Dass der Dschungel bei Nacht so laut ist, hätte ich mir nie vorstellen können. Frösche, Nachtvögel, Grillen (oder ähnlich) und kleine Säugetiere, quacken, quitschen, rapsen, japsen, schmettern, heulen, trommeln, pfeiffen und brüllen. Concerto grosso molto furioso.
Sehr empfehlenswert:
www.thematumau.com




























Mittwoch, 6. August 2008

Tagebuch aus dem Monsun


Rolf steckt im Gips


Fast jeden Tag sprechen wir zusammen am
Telefon und so hat er mein mündliches
Tagebuch aus dem Monsun in Indien






Und das ist mein Daheim, fest eingepackt

und gut geschützt gegen den Regen.

Heute hat es den ganzen Tag geschüttet.
Ein Tag zum Lesen und Faulenzen aber auch
für kleine Arbeiten an Bord.


Seit wir mit Landstrom versorgt sind, lässt
es sich gut Leben an Bord. Ein Ventilatort
reicht schon um der Feuchtigkeit den Garaus
zu machen.

Das tönt langweilig. Doch ich darf gestehen,
dass es der erste Tag seit Langem ist, der so
viel Regen beschert. Und der ist für das Land.
bitternötig. Zudem habe ich schon seit einigen
Wochen ein Landdomizil bei meiner Indischen
Gastfamilie. Tageweise bin ich dort und geniesse
die vollvegetarische Kost mit drei mal täglich
Curry.

Sonntag, 27. Juli 2008

Samstag, 26. Juli 2008

Christmas at midsummer in India


Edith at work


a Christmastree made of garbage

21th of June 2008 I finally managed to visit the centre for therapy and education for disabled childern in India.
It is located in the middle of a village between Chennai and Pondicherri not far from the famous rocktemples of Mamalapuram.

This center was founded by the Duch nurse Fabien Schiereck and supported by “earth aid India”.

The reason why I desired to visit this NGO project goes back to last Christmas.

I am sure that all the sailors of the “Vasco da Gama rally” will look back with joy to some special events wich took place in Port Ghalib last December. We together created a Christmas tree out of trash and garbage. This involved collecting garbage from the beach, painting, glueing, and a lot of phantasy and love. The result was a true trash-tree.

The manager of the luxery resort “Coral beach” gave us permission to invite his Hotel guests to observe our work. Finally we auctioned the best pieces of the tree and… belive it or not… we made 400 US dollars. Imagine, wealthy Egyptians buying their own garbage with joy. What a fun for all.

We declared that the gain of the auction will be dedicated to this specific Earth aid India project.

I was delighted to find one of the sailors at the little center. She, a experienced Duch therapist was treating a little boy. Whithin playing she got the baby to strech his crippeld little arms and feet.
She itroduced me to Fabien, the founder of the center and I was invited to sit and watch.

Currently 12 childern come on a regulare basis to te center. All of them a multiple handicaped. The little ones are hardly able to communicate but it is easy to observe that they enjoy each others company. In my eyes even more important is the fact, that the mothers get out of their isolation and get in touch with others suffering the same fate. Abandoned by their familys they have to survive. The center offers shelter and protection. The mums teach each other to live and to laugh. Every little target reached by one of the children is a reason to applaude and celebrate.
An other sailor went out to visit the familys of the handicaped childern in theire villages. For him an easy target to fix a leacking roof. For the childern and the mums a great present.

The 400 Dollars were well invested in this center and its future developement.
So I wish all the Vasco da Gama ralliers a happy memory to Christmas 2007.

Best regards from India

Eva

Read websites:
Earth India http://www.earthaidholland.nl/
Alondra http://www.alondrasailing.com/india/index.htm

Freitag, 14. März 2008

Sudan















Suakin im Sudan.

Sudan ist flächenmässig das grösste Land des Afrikanischen Kontinentes. Es gehört zu den ärmsten der Welt. Das Jahreseinkommen beträgt im Durchschnitt 200 Dollar. Die Bevölkerungsdichte ist gering. Gerade mal 11 Einwohner pro Quadratkilometer.
Die Hauptstadt Karthum liegt weit weg von der Kueste und weit weg ist auch die internationale Politik. Sudan ist in den Schlagzeilen wegen der Darfour Katastrophe und einem unsäglichen Genozid. Hier in Suakin funktionierte der Sklavenmarkt bis 1947 und brachte der Stadt Reichtum und Schönheit. Heute ist der Ort ein „gottverlassenens Nest“. Bitterarm und von morbider Faszination.
Komisch, aber wir fuehlen uns hier irgendwie willkommener und sicherer als in Ägypten.

Der erste Kontakt mit den Menschen hier bescherte uns einen veritablen Kulturschock.
Nachdem wir uns mit dem Schiff vorsichtig durch die Riffe hindurch getastet hatten, warfen wir den Anker vor Mohammed Quol. Durch den Feldstecher hatten wir schon beobachtet, dass die Kueste hier besiedelt ist. Auf einem halb verrotteten Kai standen Männer und Buben in weissen Kaftanen und winkten uns aufgeregt zu.

Mit einem fröhlichen Saamam Aleikum sagten wir „Gruezi“ und darauf erhielten wir ein vielstimmiges Aleikum Saalam. Das Tor zum Dorf war offen. Aus Treibgut gezimmerte Häuser mit Zäunen aus vertrockneten Dornenbüschen, isoliert mit altem Pappkarton hingestellt in die Wüste. In den Vorgärten springen Ziegen herum, einige Dromedare hocken an Pfählen angebunden, etliche Katzen und wenige ausgemergelte Hunde lungern herum. Rundherum ist Afrikas Steppe. Nichts ist angepflanzt. Die Erde ist rot und schwer, aber unfruchtbar.

Wir bemerken, dass die Häuser nummeriert sind. Eine junge Frau winkte. Ich ging hin um zu grüssen und sah, dass sie schwanger ist. Auf ihren Bauch deutend rief ich „Mashallah“ was so viel wie „wie schön“ heisst. Darauf hin kamen zwei weitere schwangere Frauen. Zu dritt präsentierten sie stolz ihre Bäuche. Alle waren in simple, farbige Saris gehüllt. Wir tauschten Höflichkeiten aus, in Form von Lächeln. Bist Du verheiratet, lautet die Frage, nachdem man sich nach dem Namen und dem Woher erkundigt hat. Ja, seit 20 Jahren. Und warum hast Du kein Henna auf deinen Füssen und Händen? Ich erklärte, dass wir Henna in unserem Land nicht kennen. Das war ein Grund zur Aufregung. Kopfschütteln und Zunge schnalzen, erntete ich. Du kommst aus einem barbarischen Land, fanden die drei Frauen.

Kinderlachen wies uns den weitern Weg durchs Dorf. Wir fanden das Schulhaus und es war gerade Pause. Die Kinder umzingelten uns jubilierend. Abwechslung. Wath is your name? Where do you come from. Die Kinder posierten stolz vor unserer kleinen Kamera. Die Lehrer namens gelassen. Die Crew der Holländischen Segeljacht ALONDRA war auch auf dem Schulhof. Auf ihr fährt als Deckshand eine junge Südafrikanische Musikerin. Spontan begann sie an zu singen und die Kinder fielen sofort und mit grosser Begeisterung mit ein. Es wurde ausgelassen getanzt, geklatscht und gesungen. Nadia versprach am Nachmittag mit der Gitarre vorbeizukommen.

Nadias Konzert in der kleinen Schule von Mohammed Quol wird niemand vergessen, der dabei war. Die Kinder flippten aus, wie die Beatles Fans in den späten 60er Jahren. Alle waren in den besten Kleidern. Auch die wenigen Männer im Dorf gesellten sich zum fröhlichen Reigen. Nur der Dorfpolizist war muffig. No Fotos, befahl er. Schade.

Ich schlich mich aus dem Konzert davon und erhielt eine weitere spontane Einladung von Frauen, mich zu ihnen hinzusetzen. Ich fragte sie, warum sie nicht auch Nadias Konzert sehen wollen? Weil wir Araberinnen sind, lautete die Antwort. Verwirrt schüttelte ich den Kopf. Wir Araberinnen dürfen hören, aber wir dürfen nicht sehen.

Lange hab ich darüber nachgedacht und bin zum Schluss gekommen; wem das Sehen verboten ist, sieht meist scharf.

Murphy an Bord



Herrliches Segeln mit Murphy an Bord

Am 2. Januar 2008 am Zollsteg in Port Ghalib, Ägypten wurden wir von freundlichen Beamten mit dem Ausreise Stempel in den Pässen verabschiedet. Gute zwei Monate hatten wir in diesem vielschichtigen Land verbracht.
Am Morgen des nächsten Tages liefen wir in der frühen Morgendämmerung aus. Die geplante Etappe sollte uns direkt in den Sudan bringen. Das Schiff auf Hochglanz poliert und alle Tanks voll, frisches Brot und reichlich Gemüse und Früchte an Bord. Käpten und Crew bester Laune.

Schon bald segelten wir munter unter dem Parasailor (moderner Spinaker) fast so schnell, wie der Wind.
Segeln ist halt doch schöner als Fliegen, fanden wir.
Wir hatten Zeit zu faulenzen. Steht das Segel, dann gibt es ausser Gucken nicht mehr viel zu tun. Der Käpten wird dann rührig und tut Dinge, wie in Bilgen schauen, die seit immer trocken waren. Heute waren sie NICHT trocken…

10 Liter Wasser (Salziges) plätscherte. Die Leckage war schnell gefunden. Die Dichtung des Propeller Schaftes tropfte. Jegliche Theorien, dass sich da vielleicht ein schnell wachsender, kleiner Muschel-Terrorist oder ähnlich, welcher von selber flüchten würde, ein verirrtes Sandkorn oder das Wunder der Selbstheilung erwiesen sich als Wunschdenken.

Und PRESENT segelte schnell und bequem. Mit dem Wasser schöpfen wechselt wir uns ab. Alle Stunden circa 3 Liter. Nicht lebensgefährlich, aber unangenehm. Der Sonnenuntergang war sensationell schön. Spinacker runter und Genua raus. Und weiter ging die flotte Fahrt.

Wir schalteten die Positionslichter ein und obwohl der Schalter an war, war da kein Licht. Mittlerweilen hatte er Wind auf über 20 Knoten aufgefrischt und die Wellen kamen auch immer etwas höher. Der Käpten krabbelte in die Bugspitze (Schwimmweste und gut angebunden) und sah, dass die Birnen in Takt sind. Also ein Problem mit den Kontakten. Nicht ganz einfach bei Nacht.

Via Funk informierten wir, dass wir keine Lichter haben und sofort meldete sich die Holländische Yacht „Alondra of London“. Alondra änderte den Kurs und schloss schnell zu uns auf. Sie fuhr dicht vor uns und leuchtet für uns. PRESENT segelte mit gereffter Genua durch die Nacht.
Da eh immer einer von uns auf Wache ist, war das stündliche Wasserschöpfen an sich kein Problem. Die Schweinerei mit dem Salzwasser im Schiff hingegen schon. Der Schweizerische Puritaner ist da nicht gerade hilfreich. Fünf Minuten schöpfen und dann zehn Minuten putzen. Unsere kostbaren Wasservorräte wurden sinnlos verputzt.

Der Sonnenaufgang präsentierte sich in Pastell. Alpenglühen im Meer,- dem roten Meer.

Der Wind blies noch immer stetig direkt von hinten in die Segel und wiederum setzten wir den Parasailor. PRESENT machte unglaublich schnelle Fahrt. Wir schöpften Wasser.

Wir waren nun schon mehr als 24 Stunden unterwegs und die Servicebatterie meldete Durst nach einigen frischen Ampers. No Problem. Der Generator bringt die notwendige Energie. Nicht an diesem schönen Morgen. Der Generator lief wohl, aber er fütterte die Batterie nicht. Immer noch kein Problem, dafür haben wir ja noch den grossen Schiffsmotor. Der lief brav an, aber auch er liess die Batterie kalt. Dazwischen schöpften wir Salzwasser aus der Bilge.

Da die Navigation auf dem Schiff hauptsächlich über den PC gemacht wird, welcher wiederum an von der Servicebatterie gespiesen wird, mussten wir neben dem Wasserschöpfen und Segeln auch noch die gute alte Handnavigation vorbereiten. Eine Überseglerkarte, die Wegpunkte aus dem Pilot-Buch, der Peilkompass wurden subito entstaubt.

Durch das Fummeln am Propellerschaft hatte sich ein Verbindungskabel zum Alternator gelöst Die Batterie erholte sich schnell (und wir auch). Die Kontakte zu den Positionslichtern waren auch bald sauber gemacht.

Um 10 Uhr liessen wir uns nieder zu einem guten Frühstück. Delfine schwammen rund um uns rum. Segeln ist halt wunderschön. Und dann ging wieder einer Wasser schöpfen.

Nach 55 Stunden passierten wir die Grenze zu Sudan und kurze Zeit später liessen wir den Anker fallen in der wild romantischen Bucht „Kor el Marob“.
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Mittwoch, 12. März 2008

das rote Meer



Das Rote Meer, Zusammenfassung einer spannenden Reise

Cirka 80% aller Segeljachten passieren das Rote Meer von Süden nach Norden. Für sie ist der „Bab el Mandeb“ (Arabisch für das Tor der Tränen) der Eingang in eine enge, lange, mühsame und nicht ungefährliche Strecke bis nach Port Suez.

Für uns ist das Tor der Tränen der Ausgang. Wir sind durch. 1400 Meilen weit sind wir gereist, mehr als 70% unter Segeln. Dreieinhalb Monate haben wir uns Zeit gelassen und das war gut so.

Gnadenlos, sagt der Käpten und wenn ich in den Kühlschrank schaue, dass muss ich ihm zustimmen.

Der Käpten spricht von den langen Starkwindperioden, von der steilen, kurzen See, von den Korallenriffen, der Gegenströmung und den ungenauen Seekarten.
Für mich ist der Anblick des abgetauten, leeren Kühlschranks gnadenlos. Eine Orange, ein Rest eines Kohlkopfes und reichlich Zwiebeln und Knoblauch repräsentieren die Frischprodukte. Gnadenlos.

Schauen wir zurück dann haben sich starke Bilder in unseren Köpfen festgesetzt.
Die aussergewöhnlichen Ankerplätze (Marsas) welche man erreichen kann durch schmale, enge Passagen durch Korallenriffe. Rundherum Wüste. Keine Wellen mögen rein, aber der Wind pfeift ungebremst. Delfine, Rochen und jede Menge farbige Fische tummeln sich ums Boot.
Das Meer ist sehr fruchtbar. Der Schiffsrumpf ist voll bewachsen mit Algen, Muscheln und Seegras. Putzen ist im warmen, klaren Wasser nicht übel, aber es nützt wenig.

Die umwerfenden Sehenswürdigkeiten Ägyptens. Das mühsame Spiesrutenlaufen auf den Märkten in den touristisch erschlossenen Orten wie Hurghada. Klebrige Teppichhändler und Bakschisch heischende „Offizielle“.
Das sind Erinnerungen an den Norden des Roten Meeres.

Im mittleren Teil sind es die wilden und einsamen Küstengebiete. Der stetige und steife Nordwind. Viele Meilen segeln wir, ohne je ein anderes Schiff vor die Augen zu bekommen. In diesen kargen Gebieten hat es nicht einmal Fischer.

Sudan mit seinen sanften, liebenswürdigen Menschen. Hochgewachsen und gertenschlank. Die Gesichtzüge fein geschnitten und darin die lebhaften, grossen braunen Augen. Die in Trümmer liegenden aus Korallen gebaute Stadt Suakin. Die Ruinen zeugen von grossem verflossenem Reichtum. Pollution ist kein Thema, das Land ist zu spärlich bevölkert und mausarm.

Das gemächliche Reisen in Richtung Süden, erlaubt es den Wandel der Vegetation zu beobachten. Vom Nichts hin zum spärlichen Grün hin zu den üppigen Mangrovenwäldern im Süden Eritreas. Der Regen in der Konvergenzzone. Bis dahin Wind aus Nord und von das aus Wind aus Süd. Es wird immer wärmer und ab 14 Grad nördlicher Breite ist in der Nacht das gewaltige Sternbild „Kreuz des Südens“ zu sehen.

Das Bab el Mandeb passieren wir in der ersten Flaute seit Monaten unter Motor. Die steilen, schwarzen Hänge der vulkanischen Küste Jemens tauchen auf. Und plötzlich beginnt das bis anhin spiegelglatte Meer an zu schäumen.

Das Schiff vibriert kurz und dann haben wir die Schwelle zum Golf von Aden passiert. Das Meer liegt wieder ruhig und glatt.