Draussen tobte ein Sturm so schwer, dass ein Landgang schlicht nicht möglich war. Nachdem die Brotvorräte auf dem Schiff allesamt aufgezehrt waren und dem Kapitän das „Dame Spiel“ endgültig verleidet war, musste eine neue Aufgabe auf den Tisch.
Ich, der „Smut“ hatte dafür besorgt zu sein, dass Mehl, Hefe, Salz, Wasser in Rein und Glied parat standen. Als dann schritt der Kapitän zu Tat.
Frohen Mutes wollte er ein Kilo Mehl in die Schüssel hauen. Lediglich mein Argument, dass wir zwei das Brot nur redlich und mit Genuss selber und in einigermassen frischen Zustand verzehren könnten mit der Hilfe von einigen Dutzend Kakerlaken konnte ihn überzeugen, dass ein halbes Kilo reichlich sein würde.
Also das halbe Kilo rein und dann eine schwungvolle Kelle Salz. Er löste dann die Hefe in Wasser auf. Den kleinen Löffel schwang er im Takte zu Löfflers „sailing to Philadelphia“.
Hefe und die von Betty Bossi empfohlene Menge Wasser flutschten in die Schüssel und gleich hinterher alle zehn Finger der Kapitäns.
Huch, wie das klebte und klebte und klebte. Der Kapitän verlangte eine andere Musik…. Peter Rebers „Trans-Atlantik-Törn erwies sich als passend. Was für Peter 3000 Meilen Atlantik, war für Rolf der Kampf mit der Kleber-Masse. Endlich Land in Sicht. Was für Peter Reber die Karibik war für Rolf ein handfester Teig.
Es war Zeit für einen Wechsel der CD. Das „Phantom der Oper“ mit Florian Schneider erwies sich als dramatisch genug, das Kneten und den Teig auf den Tisch klopfen zu begleiten. Als der Teig dann ordentlich versorgt unter einem feuchten Tuch in der Kühle stand, stellten wir die Musik ab und begaben uns zu Bett.
Am nächsten Morgen weckte mich der Duft eines frisch gebacken Brotes. Himmlisch. Und draussen durfte es noch weiter stürmten.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen