Mittwoch, 5. Dezember 2007

Gastfreundliches Zypern

Fantastischer Start. Alondra auf der Startlinie


Zypern aus einer neuen Optik

Die 18 Vasco da Gama Rally Boote haben Larnaca in Zypern sicher erreicht. Abgesehen von einigen beschädigten Segeln und einem Motorendefekt.
Die Überfahrt von Mersin im Südosten der Türkei war recht temperamentvoll. Der Wetterbericht war gut und wir alle rechneten mit wenig Wind. Doch mit den Wetterprognosen ist das ungefähr wie mit Expertentipps für die Börse.
Die Realität auf dem Meer war nicht kompatible mit der Vorhersage. Ein bissiger Wind und Wellen bis zu drei Meter hoch, schüttelten die kleinen Boote tüchtig durch. Unsere PRESENT liess sich von einem doppelt gerefften Vorsegel durch die Wellen ziehen und zeigt keine Schwäche. Dennoch war es eine Nacht, in der unsere Schwimmwesten und die Sicherheitsleinen angenehm zu tragen waren.
Kurz nach dem Sonnenaufgang kam Cap Greco in Sicht und endlich im Schutz der Insel vermochten die Wellen nicht mehr anzulaufen. Mit einem herrlichen Wind von querab erreichten wir die geschützte Marina in Larnaca.

Vor zehn Jahren hatten Rolf und ich einmal einen zweiwöchigen Urlaub auf Zypern verbracht und die Erinnerung daran ist eher durchzogen. Das Hotel wurde von der Pampers-Mafia beherrscht. Ca 30 Kleinkinder führten das Zepter über den Speisesaal und den Swimmingpool. Ein Nuggi (Schnuller) in meinem Weinglas am ersten Abend war nur der Auftakt zu weit Üblerem.
In den Seglerkreisen erfreut sich Zypern nicht über einen guten Ruf. Wenig bis keine freien Plätze in den wenigen Marinas, träge und mühsame Behörden, faule Einheimische und dazu soll alles sau teuer sein.

Nun, wir haben die Insel von ihrer schönsten und liebeswürdigsten Seite kennen gelernt. Das Wetter liess nichts zu wünschen übrig. Zwei tolle geführte Ausflüge in und um Larnaca brachten uns die Kultur, Geschichte und das aktuelle Leben hier näher. Unter der Teilung der Insel leiden alle Zyprioten (orthodoxe und muslimische).
Hier in Larnaca ist die Moschee in Betrieb und das ist doch ein echter Hoffnungsschimmer. Lustig und sehr ausgelassen ging es zu und her auf einer Internationalen Freundschafts-Seglerregatta. Rolf und ich sind auf der „Alondra of London“ als Crew mitgesegelt. Da wir keine Ahnung haben von den Regattaregeln war das gut so. Der Skipper legte einen fantastischen Start hin, aber mit den leichten Winden hatten wir auf dem schweren, alten Holzschiff keine Chance gegen die leichten Kleinen.
Die Preisverleihung war ein begeistertes Zusammenkommen mit den hiesigen Seglern.
Einkaufen war ein grosses Thema. Wein, Bier, Schinken und Geräuchertes musste an Bord. Brillen und Hosen, langärmlige Klamotten für die kalten Nächte in Ägypten.

Der Stadtpräsident, das Kulturministerium und der Yachtklub veranstalteten Anlässe zu unserem Vergnügen. Rund herum verwöhnt, die Boote wieder geputzt und frisch aufgefüllt, liegt vor uns die Etappe nach Port Said und dem Suezkanal.

Literaturempfehlung: The Aphrodite Plot. Autor: Michael Jansen

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